Biotopbetreuung
Die Biotopbetreuung bezieht sich auf Naturschutzgebiete, auf Natura
2000 Gebiete (FFH- und Vogelschutz-Gebiete) und auf andere, für die
Natur wichtigen Gebiete (beispielsweise Flächen, die nach § 30 BNatSchG
geschützt sind). Die Biotope unterscheiden sich zum Teil sehr und müssen
entsprechend unterschiedlich intensiv und auf verschiedene Art und
Weise gepflegt werden. Diese Pflege ist für manche Gebiete notwendig.
Beispielsweise würden offene Wiesen- oder Heidelandschaften sich im
Laufe der natürlichen Sukzession allmählich wieder zu Wäldern
entwickeln. So werden, z.T. vom Menschen geschaffene, aber inzwischen
für viele Arten (u.a. Arten der Roten Liste) wichtig gewordene Biotope
erhalten. Es gibt aber auch natürlich entstandene Biotope, die ebenfalls
nur durch aktives Eingreifen erhalten bleiben, wie beispielsweise
Moore, deren Entwässerung verhindert wird.
All diese Maßnahmen, die hierfür nötig sind, werden mit den betroffenen Institutionen vor Ort abgestimmt.
In unserem Bearbeitungsbereich reichen die zu pflegenden Flächen von
Trockenrasen zu Heideflächen über Nass- und Feuchtwiesen bis hin zu
Zwischenmooren:
Beispielsweise werden in der „Mehlinger Heide“, einem ehemaligen
Truppenübungsplatz, der sich im Laufe der Zeit zu einer Heidelandschaft,
Borstgras- sowie Magerrasen entwickelt hat, verschiedenste Maßnahmen
durchgeführt, um diese Biotope dort zu erhalten: Unter anderem wird
jährlich die gesamte Fläche beweidet, Einzelflächen werden kontrolliert
abgebrannt und Oberboden wird abgetragen. Dies dient der Offenhaltung
der Fläche, der Verjüngung der Heide und der Aushagerung des Bodens,
wodurch eine höhere Diversität gefördert wird.
Ähnlich werden auch die „Magerwiesen am Eulenkopf“ durch Beweidung
und Mulchen gepflegt und freigehalten von Herkulesstauden, einem
Neophyt, der sich nicht nur schnell ausbreitet und dabei einheimische
Pflanzenarten verdrängt sondern auch gesundheitsschädlich ist für den
Menschen.
Die „Sandgruben bei Schrollbach“, die beim Bau der A 62 entstanden,
besitzen inzwischen kleinräumig unterschiedliche Biotope u.a. auch
Kleingewässer. Durch den Abtrag von Oberboden, Mahd und Entbuschung
werden die Sandböden offen gehalten.
Viele Naturschutzgebiete im Bereich Kaiserslautern setzen sich aus
Nasswiesen, Mooren und Gewässern zusammen, beispielsweise die NSG
„Spießwald und Streitwiese“, „Östliche Pfälzer Moorniederung“,
„Vogelwoog - Schmalzwoog“, „Scheidelberger Woog“, „Täler und
Verlandungszone am Gelterswoog“, „Aschbachtal-Jagdhausweiler“ oder
„Rodenbacher Bruch“. Diese Feuchtbiotope sind typisch für das Gebiet.
Dabei sind häufig s.g. Wooge Bestandteile dieser Biotope, Seen und
Teiche, die seit dem Mittelalter für verschiedene Zwecke angestaut
wurden. Durch Mahd, Mulchen, Beweidung und Entbuschung werden die
Feuchtwiesen offengehalten. Die Gewässer, die auszutrocknen drohen
werden mit Wasser gespeist bzw. angestaut.
Mehr Informationen zur Biotopbetreuung in Rheinland-Pfalz:
http://www.luwg.rlp.de/Aufgaben/Naturschutz/Arten-und-Biotopschutz/Biotopbetreuung/
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