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Was versteht man unter einer Pflanzenkläranlage?
Bei einer
Pflanzenkläranlage wird das Abwasser innerhalb eines bepflanzten
Bodenkörpers (Wurzelraum) gereinigt, der – zweckgebunden (Ziel:
möglichst hohe Reinigungsleistung des eingeleiteten Abwassers) –
überwiegend mit Schilfrohr (Phragmites australis), unterstützt durch
Sumpf- bzw. Repositionspflanzen wie Rohrkolben, Binsen oder Seggen,
bepflanzt ist. Die Pflanzenwurzeln dienen als Lebensraum für
Mikroorganismen, die zum Abbau der Abwasserinhaltsstoffe beitragen,
sowie weiterhin zum Eintrag von Luftsauerstoff, welcher ebenfalls die
Reinigungsleistung der Pflanzenkläranlage verbessert.
Pflanzenkläranlagen sind wissenschaftlich anerkannt, solange sie die
Grenzparameter einhalten können, da sie den anerkannten Regeln der
Technik entsprechen. Eine Pflanzenkläranlage kann die meisten
Wasserinhaltsstoffe auf natürliche Weise abbauen.
Nach
DWA-Arbeitsblatt A-262/ Ausgabe März 2006 ist unter einer
Pflanzenkläranlage ein bepflanzter Bodenfilter zusammen mit einer
Vorbehandlung, z.B. mechanische Vorklärung, zu verstehen. Der bepflanzte
Bodenfilter wird auch Wurzelraumkläranlage genannt.)
Dies geschieht im Wesentlichen durch ein Zusammenwirken von
Filtermaterial (mechanisch), durch das Aufnehmen oder Abbauen der
Wasserinhaltsstoffe durch Bakterien und organische Prozesse
(biologisch), der Adsorption an Bodenteilchen (physikalisch) sowie durch
Fällungsreaktionen zwischen den Wurzeln (chemisch). Das Abwasser
durchströmt die Pflanzenkläranlage entweder vertikal von oben nach unten
oder horizontal von der Einlaufkulisse zur Auslaufkulisse. Im
Bodenkörper verlegte Drainagerohre fangen das gereinigte Abwasser auf
und leiten es in einen Kontrollschacht. Nach diesem Schacht wird das
gereinigte Wasser in ein Gewässer eingeleitet, versickert oder wird zur
Weiternutzung gespeichert.
Bei vertikaler, intermittierender Betriebsweise können die für dieses
Verfahren besten Reinigungsleistungen (Kohlenstoffabbau und
Nitrifikation) erzielt werden.
(Q: gutschker-dongus, Wikipedia 2008)
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Wie ist eine Pflanzenkläranlage aufgebaut?
Mechanische Vorreinigung (A) Pflanzenfilter (B) Kontrollschacht (C)
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Details s. "Schematische Darstellung"
Pflanzenkläranlagen bestehen aus:
A) Einer mechanischen Vorreinigung. Diese kann auf 2 Arten geschehen:
- In einem Absetzbecken (Sammelschacht). In diesem setzten sich die
nicht im Wasser gelösten Abwasserinhaltsstoffe (der Fäkalschlamm) ab.
Zudem schwimmen auf der Oberfläche jene Abwasserinhaltsstoffe auf, die
leichter als Wasser sind. Dieser gesammelte Schlamm ist
entsorgungspflichtig. Die Entsorgung ist je nach Größe und Belastung der
Absetzanlage sowie der Abwassereigenschaften erforderlich (z.B. einmal
im Jahr). Es gibt auch Fälle, wo sich der Schlamm zum Teil durch
biologischen Abbau im Absetzbecken selbst auflöst oder das zu reinigende
Abwasser kaum absetzbare Stoffe enthält und damit die Leerung erst nach
mehreren Jahren nötig ist.
- In einem Trockenfilterbecken mit 2 Kammern.Der Filter besteht aus
einem Vlies, welches mit einer Schicht aus grobem Kies und dann mit
einer Schicht aus Holzschnitzeln (nur Laubholz, da Nadelholz
antibiotisch wirkt) bedeckt wird. Auf dem Filter setzen sich die
Feststoffe ab und bleiben ständig an der Luft. Dadurch entstehen keine
Fäulnis und Geruchsemissionen. Wenn die erste Kammer voll ist, wird die
zweite benutzt. Das Endprodukt ist Kompostmasse.
B) Dem Pflanzenbeet, meistens ein mit Schilf bewachsenes mit Kies und
Sand gefülltes Becken (Bodenkörper). Das Abwasser wird entweder über
ein Gefälle oder über eine Pumpe (meist intervallartig) aus dem
Sammelschacht in die Pflanzenkläranlage eingeleitet.
Abwasserverteilanlagen, die auf deren Oberfläche verlaufen und
Drainagerohre, die bei von oben nach unten durchströmten Anlagen auf der
Beetsohle verlaufen, bringen das zu reinigende Wasser in den
Bodenkörper ein und ziehen es ab. Es werden auch längsdurchströmte
Anlagen gebaut, bei denen das Abwasser an einer Seite des
Pflanzenbeckens zugeführt und an der anderen Seite abgeführt wird.
Eventuell können mehrere Stufen (Pflanzenbecken) hintereinander
geschaltet werden (z.B. Prinzip "BÄTO").
C) End- und Kontrollschacht: Bevor das gereinigte Wasser die
Pflanzenkläranlage verlässt, passiert es eine Kontrollstelle. Dabei kann
die erforderliche Wasserqualität (BSB5, CSB, Stickstoff, Phosphor)
gemessen werden. Der End- und Kontrollschacht ist die letzte Station,
bevor das Wasser die Pflanzenkläranlage gereinigt verlässt. Dabei muss
die Wasserqualität anhand von Abwasserparametern analysiert werden
(wichtig, der Untersuchungsumfang wird zumeist bei der Bewilligung der
Anlage von der Behörde vorgeschrieben und kann aus der vom Betreiber
selbst durchzuführenden Eigenüberwachung und der von einer unabhängigen
Untersuchungsanstalt vorzunehmenden Fremdüberwachung bestehen).Der End-
und Kontrollschacht hat außer der direkten Kontrolle der Wasserqualität,
auch noch die Funktion den internen Wasserspiegel zu regulieren.Dazu
wird das Ablaufrohr nach oben angehoben, anstatt unten abzulaufen (vgl.
Abb.1). Das Wasser erreicht zusammen mit dem noch zu reinigen Wasser
einen erhöhten Wasserstand, da es durch die Aufhöhung angestaut wird.
Somit ist ein größerer Teil des Bodenkörpers dauernd eingestaut.Ein
Beispiel: Die Sommerferien beginnen. Die Abwassermenge nimmt durch die
Abwesenheit der Urlauber schnell ab. Die Schilfpflanze trocknet ab und
wird geschädigt. Bei Wiederinbetriebnahme würde ihr Anteil an der
Sauerstoffnachlieferung in den Boden ausfallen. Um etwa der
Pflanzenkläranlage nicht durch Trockenheit zu schaden, wird das Wasser
zum Beispiel in den Sommerferien teilweise angestaut.
(Q: gutschker-dongus, Wikipedia 2008)
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Wie funktioniert eine Pflanzenkläranlage?
Die
Reinigungsleistung einer Pflanzenkläranlage erfolgt durch das
Zusammenwirken verschiedener Prozesse. Jeder Prozess bewirkt mehrere
Funktionen. Dabei handelt es sich um ein äußerst komplexes und
naturnahes Reinigungsverfahren.
Die
Wasserinhaltsstoffe werden zum Einen von den Pflanzen aufgenommen, um
den Nährstoffbedarf der Pflanzen im Wachstum zu decken. Außerdem
erhalten die Wurzeln des Schilfes die Durchlässigkeit des Bodens
(Sauerstoffzufuhr), der beim Betreten oder durch Ablagerungen im Betrieb
vermindert wird. Zum anderen erfolgt der größte Teil der Reinigung
durch Mikroorganismen bzw. Bakterien, die im Bodenkörper leben. Beide
Vorgänge reinigen das Wasser "biologisch", das heißt durch biochemische
Reaktionen.
Die Mikroorganismen leben und reinigen entweder:
-
im aeroben Milieu (Sauerstoff in Form von O2
vorhanden, Kohlenstoffoxidation und Nitrifikation, das ist der Prozess
der Oxidation des im organischen Harnstoff befindlichen anorganischen
Ammoniums (bzw. Ammoniumionen) zu Nitrit) oder
-
im
anoxischen Milieu (der Sauerstoff liegt nur chemisch gebunden vor, zum
Beispiel im Nitrat, dies wird bei der Denitrifikation zur Entfernung des
Nitrats aus dem Abwasser durch Reduzierung zu elementarem Stickstoff
benutzt, der anschließend an die Luft entweichen kann) oder
-
im
anaeroben Milieu, unter Sauerstoffabschluss (ein zumeist aus Gründen
der Geruchsbelästigung unerwünschter Prozess, der aber in Sonderfällen
in der anaeroben Abwasserreinigung eingesetzt wird).
Feststofftrenn- und Kompostierschacht (FTK) Bewachsener Vertikalfilter (BVT) Kontrollschacht
Details s. "Schematische Darstellung"
Die
Wasserqualität kann anhand sogenannter Summenparameter oder
Einzelparameter wie Stickstoff- und Phosphorgehalt bestimmt werden. Die
Kohlenstoffbelastung des Abwassers wird beispielsweise durch die
Summenparameter
-
BSB5(ATH)
(inhibierter Biologischer Sauerstoffbedarf: innerhalb von 5 Tagen durch
Mikroorganismen verbrauchter Sauerstoff. Die Hemmung durch
Allylthioharnstoff (ATH) ist notwendig, weil sonst eine Auswertung nicht
möglich wäre, weil noch zusätzlich eine mehr oder weniger vollständige
Stickstoffoxidation mit gemessen würde.),
-
CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf: der durch katalytisch- chemische Umwandlungen (Oxidation) verbrauchte Sauerstoff) und
-
TOC (gesamter organisch gebundener Kohlenstoff)
bestimmt.
Tonmineralien
besitzen zudem die Eigenschaft, Ionen auszutauschen, und können somit
in den Salzhaushalt des Wassers eingreifen (Prinzip des
Ionenaustauschers, diese werden auch in Trinkwasseraufbereitungsanlagen
zur Entsalzung eingesetzt). Die Austauschkapazität des Bodens ist jedoch
beschränkt und erschöpft sich nach einiger Zeit.
Das
Wasser kann auch chemisch durch Fällungsreaktionen gereinigt werden.
Bestimmte Inhaltsstoffe des Abwassers verbinden sich mit zugegebenen
Reagenzien zu schwer löslichen Stoffen und „fallen“ dann aus.
Viele
Klärwerke verwenden gegebenenfalls Eisenchlorid, Eisensulfat oder
Aluminiumchlorid, um bei einem Überangebot von Phosphat dieses aus dem
Wasser zu entfernen. Dies erfolgt, indem das „Eisen“ oder „Aluminium“
das Phosphat zu einer im Wasser nicht löslichen Verbindung umwandelt,
die dann im Nachklärbecken zu Boden „fällt“ (daher der Fachbegriff
Fällung). In einer Pflanzenkläranlage erfolgen diese Fällungsreaktionen
aufgrund des im Bodenkörper vorhandenen Eisensalzes oder anderer
Mineralien.
Insgesamt
kann das gereinigte Wasser aus dem End- und Kontrollschacht wieder zu
höherwertigen Nutzungen unter Beachtung der hygienischen und technischen
Vorschriften verwendet werden. Dies bedeutet eine Kreislaufschließung
und Wiedernutzung und ist ganz besonders für die Wasserwirtschaft in
Ländern, in denen Wassermangel herrscht, nützlich.
Weiterhin
gibt es eine Weiterentwicklung, bei der auf den Bodenkörper bewusst
verzichtet wird. Die Pflanzen stehen auf ihren eigenen Wurzeln. Die
Reinigung erfolgt hierbei im Wesentlichen durch die Pflanzen selbst und
durch die Mikroorganismen in ihren Wurzeln. Vorteile sind u. a. ein
geringeres Gesamtgewicht und eine bessere Durchströmung, dadurch eine
Leistungssteigerung und eine Einsetzbarkeit auf Dächern.
(Q: gutschker-dongus, Wikipedia 2008)
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Ist eine Fachplanung notwendig und wie hoch sind die Kosten?
Der Anschaffungspreis
variiert, er ergibt sich durch die Kosten für die Planung und den Bau,
sowie durch den Erwerb von bestimmten Elementen oder Materialien wie
einer nötigen Absetzgrube, in unterschiedlicher Höhe. Wichtig ist in
welchem Maße (angeschlossene EW) sie geplant wurde. Abgesehen davon
entstehen noch geringere Kosten, sie ergeben sich größtenteils durch die
laufende Unterhaltung, durch die Entsorgung der Feststoffe (etwa einmal
im Jahr), sowie der Kontrolle der Wasserparameter.
Pflanzenkläranlagen müssen sorgfältig nach DWA A 262 geplant werden, das
ist notwendig um eine funktionierende Anlage zu garantieren. Die
Planungskosten sind abhängig von der Ausbaugröße. Es ist schon
vorgekommen, dass Personen ohne besondere Kenntnisse eine
Pflanzenkläranlage ohne Planungshilfe gebaut haben. Das Ergebnis waren
nicht einwandfreie Ablaufqualitäten und noch andere Fehlfunktionen beim
Ablauf des Reinigungsprozesses. Eine Pflanzenkläranlage wird immer auf
Einwohnerwerten oder auf den Einwohnergleichwert ausgelegt (EW oder
EWG). Die Mindestgröße ist 4EW.
Um ökologische Folgen zu vermeiden, müssen die Ablaufwerte regelmäßig
kontrolliert werden. Diese Überwachung geschieht je nach den
behördlichen Auflagen zumeist jährlich durch eine autorisierte Firma.
Der Bau und die Einleitung in ein Gewässer oder in das Grundwasser ist
nach den jeweiligen Vorschriften genehmigungspflichtig (in Deutschland
dem Wasserhaushaltsgesetz WHG und dem jeweiligen Recht des Bundeslandes
oder in Österreich dem Wasserrechtsgesetz WRG).
(Q: gutschker-dongus, Wikipedia 2008)
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Fazit
In den meisten
Kommunen besteht ein Anschlusszwang an die öffentlichen
Abwasserentsorgung. Dieser wurde eingeführt, um die Kosten dieser
Anlagen solidarisch zu teilen. So ist man gezwungen an das kommunale
Abwassernetz anzuschließen, auch bei Bestehen einer eigenen Anlage. In
Mitteleuropa wird sich daher der Einsatz von Einzelhausentsorgungen mit
Pflanzenkläranlage auf die nicht erschlossenen Gebiete beschränken.
Pflanzenkläranlagen können jedoch auch zur Entsorgung kleiner
Ortschaften dienen und somit an Stelle anderer Klärverfahren eingesetzt
werden.
Mögliche
Einsatzhindernisse könnten jedoch der Platzbedarf (3,5 bis 5 m²/EW bei
Vertikalanlagen) oder weitergehende Reinigungsanforderungen (hohe,
gesicherter Nährstoffentfernung) sein. Andere negative Eigenschaften
sind weiter nicht bekannt. Dazu kann festgehalten werden, dass die
Reinigung geruchsneutral vorgeht (da sich in der Regel keine stehenden
Wasseroberflächen und anaerobe Zonen bilden). Die mögliche technische
Lebensdauer von Pflanzenkläranlagen ist schwer zu bestimmen, da die
meisten Anlagen noch betriebsfähig sind (die ersten entstanden etwa
1980). Doch ist eine Neu- Bepflanzung, eventuell eine Erneuerung des
Becken/Bodens, neues Filtermaterial, etwa die Verwendung von
Ionenaustauscher (z. B. Ton) und eventuell eine Auflockerung des Bodens
nützlich, um die gewünschte Ablaufqualität zu erhalten.
Die Pflanzenkläranlage ist eine Alternative zur Kleinkläranlage nach dem
Belebtschlammverfahren oder eines Tropfkörpers. Für den Ablauf der
Anlage ist ein Gewässer erforderlich, das das gereinigte Abwasser
aufnehmen kann (Vorfluter). Zumeist wird dies ein Oberflächengewässer
sein, mitunter wird es dem Grundwasser zugeführt oder ggf.
wiederverwendet. Die Einleitung in das Grundwasser ist jedoch in vielen
Fällen aus Gründen der Sicherstellung der Reinhaltung des Grundwassers
wasserwirtschaftlich nicht erwünscht (Hygiene, Restbelastung mit nicht
abbaubaren Stoffen).
Bemerkenswert ist, dass Pflanzenkläranlagen aufgrund der laufenden
Prozesse, bei fachgerechter Ausführung, im Winter nicht einfrieren und
wegen des weitgehenden Fehlens von Aggregaten (bis auf eventuelle Pumpen
zur Abwasserhebung) mechanisch robust sind. Ebenso sind sie, da die
abbauenden Bakterien in der Bodenmatrix "verankert" sind, nicht vom
Absetzverhalten des Belebtschlammes abhängig (siehe
Betriebsprobleme/Blähschlammbildung beim Belebtschlammverfahren). Diese
Robustheit des Prozesses ist ein positiver Aspekt beim Einsatz in
Verhältnissen, in denen einen intensive, tägliche Wartung nicht zu
gewährleisten ist.
(Q: gutschker-dongus, Wikipedia 2008)
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