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Erlebnis(t)raum Kindergarten - naturnahe Gestaltung Ihres Außengeländes
Bei der Planung und
Gestaltung Ihrer Außenanlage verknüpfen wir die pädagogischen
Anforderungen mit den Elementen die uns die Natur vorgibt:
- Vernetzung der Spiel-Lebensräume
- Schaffung unterschiedlicher Atmosphären
- Verwendung der Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft
- Ansprache aller Sinne
- Möglichkeiten zur Geländemodellierung
- Räume für gärtnerisches und handwerkliches Gestalten
- Einbeziehung von natürlichen System-abläufen (Jahreszeiten, Wachstum, etc.)
- Verknüpfung der Lern- und Spielabläufe
In
unserem Ansatz zur (Um)-Gestaltung von Kindergärten werden gleich zu
Beginn Kinder, ErzieherInnen, Träger und Eltern in den Planungsprozeß
einbezogen. Dies geschieht mit verschiedenen Formen der Moderation z.B.
in einer Zukunftswerkstatt. Die darin erzielten Ergebnisse werden von
unseren Planern weiterverarbeitet. Für eine kostengünstige Realisierung
der Baumaßnahmen werden die Lösungen bei Bedarf so konzipiert, dass der
überwiegende Teil der Arbeiten in Eigenleistung des Trägers oder von
Eltern zusammen mit ihren Kindern ausgeführt werden kann.
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| Die
Schaffung von naturnahen Spielräumen bietet Kindern die Möglichkeit,
durch eigene Erfahrungen mit der Natur vertraut zu werden. |
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Bestand
Im Kindergarten St. Martin sind derzeit vier
Gruppen mit insgesamt 100 Kindern untergebracht. Das Außengelände der
Einrichtung hat mit ca. 875 m² eine sehr geringe Flächengröße. Aufgrund
der hohen Kinderzahl und der geringen Fläche unterliegt das Gelände
einem hohen Nutzungsdruck. Dies hatte zur Folge, dass sich auf dem
Außengelände wenig Grünstrukturen (Rasen und Sträucher) halten konnten.
Ein Großteil der Fläche war mit Sand bedeckt, was im Sommer zu großen
Problemen mit Staub-emissionen führte. Die vorhandenen Spielgeräte waren
bis auf die Nestschaukel veraltet.
Ein weiteres Problem stellte die Nachbarschaft zum Altenheim dar, da aus
den angrenzenden Fenstern oft Tabletten, Windeln, Essenreste oder
andere Utensilien auf das Außengelände fielen. Um dieses zu
verhindern, ist bereits vor der Baumaßnahme der direkt zum Altenheim
angrenzende Bereich abgesperrt worden.
Zukunftswerkstatt
Vor der Umgestaltungsplanung wurden die
Kinder zur Spielsituation im Außengelände befragt und beobachtet. Die
Ergebnisse dienten als Grundlage für eine Zukunftswerkstatt, die mit dem
Kindergartenteam, Elternausschuss und Trägervertretern durchgeführt
wurde. Dabei wurden Umgestaltungsideen zu den in der Werkstatt
erarbeiteten Problemstellungen (Bauliche Mängel, Kreativität,
Körperwahrnehmung/Spielgeräte, Rückzugsräume und Altenheim) entwickelt.
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Die Ergebnisse lagen dem umgesetzten
Entwurf zu Grunde.

Bestandsplan "vor der Umgestaltung"
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Kindergarten St. Martin, Bingen am Rhein
Abenteuerland
Die Hauptspielfläche im
unteren Geländebereich steht unter dem Motto „Abenteuer“. Hier werden
vielfältige Spiel- und Bewegungsangebote zur Verfügung gestellt. Das
Gelände wird in der Höhe durch Spielaufbauten erschlossen. Ein
Spielschiff mit Takelake dient zum Klettern, Verstecken und hat mehrere
Spielebenen. Aus dem Bestand wurden die Vogelnestschaukel, ein Spielhaus
und ein Klettergerät integriert. Der bisherige Sanduntergrund wurde
gegen einen Hackschnitzelbelag ausgetauscht. Je mehr Kinder gemeinsam
die Schaukel benutzen, desto größer der Spaß. Dadurch wird soziales
Handeln gefördert. Ein kombinierter Wasser- und Sandspielbereich wird
über einen Bachlauf (aus der „grünen Oase kommend) gespeist. Es entsteht
eine Spielsituation, die Anregungen für vielseitige und selbst
bestimmte Spielmöglichkeiten bietet. Eine Holzbrücke über den Bachlauf
ergänzt das Spielangebot. Um das „Abenteuerland“ zu erschließen, führt
eine Bobbycarbahn durch das Gelände.
Dem Himmel so nah
Die Problemstellung
„Nachbarschaft Altenheim“ ist mit einem auf zwei Ebenen begehbaren
Spielhaus gelöst worden. Das Dach ist zum Altenheim hin geneigt,
Tabletten oder andere Gegenstände fallen vom Dach aus zurück in einen
abgetrennten bepflanzten Grenzstreifen. Der dadurch eintretende
Flächenverlust wird durch die verschiedenen Spielebenen in dem Spielhaus
ersetzt. Aus dem Häuschen heraus führt auch eine Rutsche hinunter ins
Abenteuerland.
Grüne Oase
In diesem Bereich sind
verschiedene Grünstrukturen verbunden mit Sitzbereich zur Kommunikation
eingerichtet worden. Baumstämme im Halbkreis angeordnet bilden in
Verbindung mit einer Pergola und einer Feuerstelle einen
Aufenthaltsbereich für gemeinsame Spiele. Ebenso wichtig wie
Kommunikationsräume sind Rückzugsbereiche, in denen Kinder ungestört
plaudern können. Deshalb wurden in die Fläche mehrere Nischen in
unterschiedlicher Ausführung aus Baumstämmen oder einfachen
Sitzfindlingen integriert. Hier ist auch die Handpumpe zur Speisung des
Bachlaufes untergebracht. Neben der „Grünen Oase“ ist ein kleines
Ballspielfeld entstanden, das zu den Nachbargrundstücken durch einen
Ballfangzaun abgetrennt ist.
Indianerdorf
Der bisher sehr triste
Straßeneingangsbereich wird durch ein Indianerdorf aus
Weidenflechtbauten, Totempfahl, Sitzstämmen und Materiallager
aufgewertet. Im Materiallager stehen Holzstämme, Bretter, Steine und
Schnittgut zur Verfügung. Damit können die Kinder im Gelände und in den
Hecken eigene Spielelemente bauen.
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