Im Rahmen der Friedhofsgestaltung erstellte gutschker-dongus ein modernes Friedhofskonzept für die Stadt Alzey. Der Friedhof soll sich an den Friedhofswandel anpassen und daher wird dieser in den nächsten 30 Jahren Schritt für Schritt grundlegend verändert. Diese Umgestaltung ist so überzeugend, dass die Allgemeine Zeitung über unser Friedhofskonzept berichtete.

gutschker-dongus wurde von der Firma Weiher beauftragt das Friedhofskonzept mit dem Arbeitstitel „Vision Friedhof 2050“ für Alzey zu entwerfen. Unsere Mitarbeiterin Martina Blank, die eine Expertin für Friedhofsplanung und Friedhofsentwicklung ist, erhielt die Aufgabe dieses umzusetzen. Der Allgemeinen Zeitung erläuterte sie genauer das erstellte Friedhofskonzept und wie sich der Friedhof nach und nach verwandelt.

Bei der Umwandlung eines traditionellen Friedhofs mit überwiegend klassischen Erdbestattungen (Sargbestattung) zu einem modernen zukunftsorientierten Friedhof müssen zunächst die aktuellen Entwicklungen im Bereich Friedhöfe berücksichtigt werden. In ganz Deutschland zeichnet sich ein Wandel in der Bestattungskultur, der auf den sozialen Wandel zurückzuführen ist. Aufgrund wachsender Mobilität und Wohnortwechsel haben sich die Bedürfnisse der Hinterbliebenen geändert. Die meisten Angehörigen wählen eine Bestattungsform, die möglichst pflegefrei ist. Daher geht der Trend immer mehr in Richtung Feuerbestattungen (Urnenbeisetzungen). Der Anteil der Urnenbestattungen wird auf 70 bis 75 Prozent ansteigen.

Neben den universellen Friedhoftrends müssen auch die Sozialstrukturen des Umfelds beachtet werden. Bereits 2019 wurden die Bedürfnisse und Einstellungen der Alzeyer Bürger abgefragt und viele Vorstellungen und Ideen gesammelt. Ebenfalls wurde die bisherige Friedhofsentwicklung des Alzeyer Friedhofs analysiert. Die Analyse ergab, dass die Baumbestattung in Alzey ein großer Trend ist. Der bereits vorhandene Bestattungshain wird so stark nachgefragt, dass dieser bereits zu 80 bis 90 Prozent ausgelastet ist. Daher ist eine Erweiterung des Friedhofs geplant, in Anlehnung an einen Friedwald. Auf der neuen Fläche sollen rund 50 Bäume gepflanzt werden, um weitere Baumgräber und Wiesengräber entstehen zu lassen.

Laut einer Berechnung wird außerdem die Nachfrage nach Sargbestattungen in Erdgräber stetig sinken. Die Hinterbliebenen werden voraussichtlich das Nutzungsrecht für ein Grab nach Ende der Laufzeit nicht verlängern. Dadurch werden Jahr für Jahr neue unbelegte Flächen zur Verfügung stehen. Ziel des Friedhofskonzeptes ist es, diesem Verlauf entgegenzuwirken, sonst wird der Friedhof mit der Zeit zu einem aufwendigen und teuer zu pflegendem Flickenteppich. Daher sieht das Friedhofskonzept vor, keine zusätzlichen Flächen für die Erdbestattung mehr auszuweisen. Stattdessen werden verschiedene Urnengräber (Urnenwahlgrab, Urnenreihengrab, Urnenhain, Urnenwand/ Kolumbarium) ab dem Jahr 2045 die Friedhofsanlage dominieren.

Das Erscheinungsbild des Friedhofs soll sich jedoch schon früher wandeln. Der Friedhof soll eine hohe Aufenthaltsqualität erreichen, indem dieser wie eine Art Park angelegt wird. Verschiedene Bereich des Friedhofs werden in eine gärtnerische Anlage mit Gemeinschaftsgräbern umgewandelt. Bis 2025 wird das erste Gemeinschaftsgrab errichtet. Auch soll in den nächsten Jahren ein vor Blicken geschützter Bereich für Kindergräber und eine Sternenwiese geschaffen werden. Die Eltern und Angehörige erhalten damit einen angemessen Rückzugsort für ihre Trauer. Für die Geschwister der verstorbenen Kinder ist ein Spielbereich vorgesehen.

Trotz der modernen Umgestaltung soll der Friedhof auch an die Vergangenheit erinnern, daher sollen historische Grabsteine in die Friedhofsanlage eingebunden werden, die von viel Geschichte und Tradition zeugen.

Ebenso wie die optische Aufwertung spielt auch die Funktionalität und Barrierefreiheit eine große Rolle in der Friedhofsplanung. Schmale Wege sowie Wege mit Belägen (bspw. Kieswege), die für Rollstuhlfahrer, Besucher mit Rollatoren oder Kinderwagen schwerer zu begehen sind, werden durch breitere, besser begehbare Wege ersetzt.

Das Friedhofskonzept zeigt auf, dass dem Alzeyer Friedhof bis 2050 viel bevorsteht. Der Artikel der Allgemeine Zeitung trifft ein passendes Fazit: „Das Friedhofsbild wird sich in den kommenden Jahrzehnten radikal verändern.“